Moin, liebe Nachbarn!

Nachbarschafts-Apps verbinden die Menschen im Viertel, befördern neue Freundschaften und gemeinsame Hilfsaktionen.

 

 

Unterstützung, Freunde und sich zuhause fühlen – eine gute Nachbarschaft steht auch in den vermeintlich anonymen Großstädten längst wieder hoch im Kurs. „Wir möchten Anwohner verbinden und der Vereinsamung entgegensteuern“, erklärt Julia Eble, Pressesprecherin von der Schiffszimmerer-Genossenschaft. Das Miteinander fördert die Baugenossenschaft seit Anbeginn über verschiedene Wege, inzwischen spielen digitale Kanäle dabei eine immer größere Rolle. So beteiligen sich die Schiffszimmerer im Rahmen des Projekts AGQua (Aktive und Gesunde Quartiere) für das Quartier Rübenkamp unter anderem am Online-Portal Meine Nachbarn, um den Austausch vor Ort zu stärken. Dabei standen genauso Veranstaltungen im Gemeinschaftshaus im Mittelpunkt wie die Unterstützung für Senioren, sei es beim Einkaufen oder beim Auswechseln einer Glühbirne. „Das Online-Portal wurde sofort sehr gut angenommen“, berichtet Eble. Die aufwändige Überführung in eine App, wie anfangs angedacht, habe man dann trotzdem verworfen. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden, es gibt ja bereits verschiedene Nachbarschafts-Apps, die ausgezeichnet funktionieren“ meint Eble.

 

Miteinander statt nur nebeneinander

Mit der Corona-Pandemie und dem Rückzug auf das nähere Umfeld haben die Nachbarschafts-Apps nochmals ordentlich Zulauf erfahren und gewinnen immer mehr Nutzer. Wer gießt die Blumen während der Reise? Von wem kann ich einen Akkuschrauber leihen? Wer ist beim Joggen dabei oder kommt am Wochenende mit ins Kino? Und wann wollen wir mal ein Straßenfest organisieren? Der Austausch ist schnell per Smartphone organisiert und lässt die Nachbarschaft so zusammenwachsen.

 

Einfache Anmeldung

Deutschlandweit an erster Stelle bei den Nachbarschaftsnetzwerken steht das Portal Nebenan.de. Im Jahr 2015 gestartet, verzeichnet es inzwischen über 2 Millionen Nutzer, davon gut 138.000 Menschen in Hamburg. Für Privatpersonen und gemeinnützige Organisationen ist der Dienst kostenlos, Gewerbetreibende zahlen eine Gebühr. Die Anmeldung ist einfach, nach der Registrierung mit dem Namen und der Adresse müssen die Daten noch verifiziert werden – und schon kann es losgehen.

 

Gemeinsam joggen oder backen

Ob man nun Hilfe beim Einkauf anbietet, Gitarrenunterricht gibt oder sich einige Stühle für die große Familienfeier leihen möchte: Jeder ist mit dem Namen und der Straße bei anderen Nutzern im selben Quartier sichtbar, die Hausnummer bleibt anonym. Außerdem können sich Gruppen zu bestimmten Interessen finden, etwa für Theaterbesuche, Spieleabende oder zum Walken. Kommt es doch mal zum Streit und zu Beleidigungen kann das Team von Nebenan.de benachrichtigt werden und greift gegebenenfalls ein.

 

Die neusten Infos aus dem Viertel

Auf ähnliche Weise bringen andere Anbieter wie Nachbarschaft.net oder der US-Vorreiter Nextdoor.de die Anwohner zusammen. Über das ausgefüllte Profil finden sich auch hier Menschen mit den gleichen Hobbys, die nur ein paar Häuser weiter wohnen. Zudem bieten die beteiligten Geschäfte aus dem Stadtteil teils Nachbarschaftsvorteile an, mit denen der nächste Einkauf günstiger wird, oder informieren über Aktionen. Vor allem stehen aber ebenso bei diesen Portalen neben der gegenseitigen Unterstützung im Viertel der Austausch und das Miteinander im Mittelpunkt.

 

Eigeninitiative stärken

Die Non-Profit-Plattform Netzwerk Nachbarschaft mit derzeit gut 12.500 Nutzern bundesweit (rund 700 in Hamburg) hingegen verbindet Nachbarschaftsinitiativen, Vereine, Organisationen, Baugemeinschaften und Baugenossenschaften, damit diese gemeinschaftliche Projekte für ihren Kiez auf die Beine stellen oder Ideen austauschen können – 3.000 Vorhaben wurden so bereits umgesetzt. Daneben werden über das Netzwerk unterschiedliche Wettbewerbe für nachbarschaftliches Engagement, zur Quartiersbegrünung oder für gesunde Nachbarschaften ausgerichtet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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